Terrence Malicks SONG TO SONG: Von der Vision einer (Audio-)Vision, von der (Audio-)Vision einer Vision

Eine Arbeit, egal an welche Absichten geschnüpft, ist immer dann gut, sobald über ihren Wert gestritten wird. So auch im Fall von Malicks neustem Werk Song to Song (USA/MEX 2017). Des Öfteren stolpert man, vor allem im Kommentarbereich namenhafter Kritiker, auf die Ist das Kunst oder kann das weg-Diskussionen. Mein Urteil reduziert sich auf ein

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Zum feministischen Potential barocker Bildsprache in ORLANs performance art

Nizza, 1980. Die Prozession bewegt sich quälend langsam die majestätischen Stufen des Musée des Beaux-Arts hinunter. Kein Geräusch ist zu hören, nur die dumpfen Schritte der sechs in schwarz gekleideten Männer, deren Gesichter durch dunkle Sonnenbrillen im Verborgenen liegen, dringen herab zur wartenden Menge. Ein Scheinwerfer, die einzige Lichtquelle im Saal, erleuchtet den gläsernen Sarg,

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Die 1001 Tode des Walter Benjamin

… ein philologischer Liebesbrief!   Lieber Walter, du kennst ja das Sprichwort: Gut Ding will Weile haben – und da du das Rankenhafte sprichwörtlicher Sentenzen magst, habe ich diesen barocken Einstieg gewählt. Endlich habe ich die Zeit gefunden, über mein großes Erlebnis zu sprechen: die Konferenz der Internationalen Walter Benjamin Gesellschaft, die im Dezember 2015 in

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Fritz Kahn & Popular Science

Popular Science Writing made in Germany? Die populärwissenschaftlichen Bilder über das physiologische Innenleben des Menschen, die der deutsch-jüdische Mediziner Fritz Kahn für seine mehrbändige Ausgabe über „Das Leben des Menschen“ in Auftrag gegeben hat, sind unvergesslich und viral. Es gibt kaum jemanden der das Poster vom Menschen als Industriepalast nicht kennt. Kahns Arbeit als praktizierender Arzt verlief dabei

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Elfriede Jelinek & die Kunst/Krise

„Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek im Schauspielhaus Bochum   Wann, wenn nicht jetzt! In Zeiten von globalen Krisen, politischen Paradigmenwechseln und tiefgehenden gesellschaftlichen Veränderungen ist die Kunst mehr denn je aufgefordert, Stellung zu beziehen, aufzuklären, kritisch zu wirken, kurzum: ihren Beitrag zu leisten. Dieses Plädoyer für eine engagierte, gesellschaftskritische Literatur teilen zumindest zahlreiche deutsche und

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The Revenant

… oder über die vermeintliche Rückkehr zur Authentizität   Sich ein Sprachspiel mit dem Titel von Iñarritus neuem Film The Revenant zu erlauben, ist unumgänglich. Viel zu verlockend erscheinen die filmästhetischen Mittel, die, nachdem man sich andere kinematografische Werke wie sein erstes Feature Amores Perros (von 2000) oder Biutiful (von 2010) ins Gedächtnis zurückruft, langsam

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Breaking Bad – Breaking Realism

Das Kino hat eine Fernbedienung „I was about to see television achieve its full potential, and step out from the shadow of cinema. I was about to see a revolution.“ (Sepinwall 2012, 11) Begeisterte Cineasten_innen müssen nicht mehr zwangsläufig den Weg in das Kino suchen, wenn sie ein aufwendig produziertes und auf vielen Ebenen qualitativ hochwertiges

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Kunst & Konsum: Amazon Art

Amazon Art: Kauf Kunst! Kunst wurde immer schon konsumiert. Nachfrage und Angebot bestimmen den Kunstmarkt. Diese augenscheinliche Tatsache wirkt sich auch auf ihre Definition aus. Die Geschichte der Kunst bezeugt, dass ihre Rezeption bis in die heutige Gegenwart einem Schwanken zwischen materiellen und immateriellen Wert ausgesetzt ist. Die gegenwärtige westliche Gesellschaft ist primär durch die Ideologie des

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The Hateful Eight

… der wohl geschwätzigste Film Tarantinos Wenn man Tarantino hört, denkt man zurecht an viel Blut, noch mehr schwarzen Humor und allseits bekannte Westernelemente. All das bekommt der Zuschauer in Tarantinos achtem Feature-Film (eine Tatsache, die schon im Vorspann mehr als deutlich hervor gehoben wird) geboten und zwar in Form eines Kammerspiels, für das er extra

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Monster & Mütter

Monströse Mutterschaften Zu Beginn von Roman Polanskis Rosemary’s Baby (1968) ertönt das Schlaflied in der liebevollen Stimme einer werdenden Mutter. Der Plot ist schnell erzählt: Ein Liebespaar, Rosemary und Guy Woodhouse, ziehen aufgrund der Schauspielkarriere des Mannes in die Großstadt (L.A.). Zu Beginn wird eine Kleinfamilienidylle inszeniert: Rosemary, verliebt, niedlich, schon fast kindlich, erträumt sich

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